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Wer hat Angst vor der Koloskopie...

Freitag, den 18. Oktober 2019

Die Koloskopie ist eine der häufigsten endoskopischen Untersuchungen und wird insgesamt als risikoarm aufgefasst, jedoch sind die mit ihr verbundenen unerwünschten Ereignisse von siginifikanter klinischer Relevanz. Die American Society for Gastrointestinal Endoscopy Standards of Practice Committee hat eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse erstellt, um die Einschätzung der mit der Koloskopie verbundenen unerwünschten Ereignisse zu aktualisieren.

Die Studien, in denen die Prävalenz und die mit den unerwünschten Ereignissen assoziierten Faktoren untersucht werden, sind uneinheitlich und es gibt nur wenige auf der Population beruhende Daten. Die American Society for Gastrointestinal Endoscopy beschäftigt sich in der Übersichtsarbeit mit Perforation, Blutungen und Mortalität, hat aber auch die mit fortgeschrittenen Resektions-Techniken und weniger verbreiteten Techniken verbundenen unerwünschten Ereignisse untersucht, und ist zu folgenden Ergebnissen gekommen:

  • Die Anzahl der Perforationen betrug bei 10 Millionen Koloskopien 5,8 auf 10.000. Die Polypektomie war nicht mit der Gefahr von Perforation assoziiert. Mit bestimmte Faktoren, die mit den PatientInnen (Divertikulitis, entzündliche Darmerkrankungen, Einnahme von Corticosteroiden, bestimmte Komorbiditäten)  und den Ausführenden (Erfahrung, Volumen, Ausführung durch jemanden, der kein Gastroenterologe ist) verbunden waren, gingen mit einem erhöhten Risiko für Perforation einher.
  • Das Risiko von Blutungen betrug bei mehr als 5,5 Millionen Koloskopien 2,4 von 1000 und war mit Polypektomie assoziiert. Die Größe des Polypen war der am häufigsten genannte Risikofaktor für Blutungen nach einer Polypektomie.
  • Die Anzahl von Todesfällen, die direkt auf die Koloskopie zurückzuführen waren, lag bei 3 von 100.000.
  • Die Zahl der Perforationen nach endoskopischer Mukosaresektion (EMR) lag deutlich unter der nach endoskopischer Submukosaresektion (ESD; 1,1% vs. 7,2%), aber die Rate an Blutungen nach dem Eingriff waren vergleichbar (4,0% e 2,2%).
  • Die Inzidenz des Postpolypektomie-Elektrokoagulationssyndroms variiert zwischen 0,003 % und 1 % und tritt häufiger bei PatientInnen auf, die einer ESD unterzogen wurden.
  • Milzläsionen sind selten, aber wahrscheinlich unterschätzt; die schnelle Diagnose und Behandlung sind wesentlich bezüglich der assoziierten Morbidität und Mortalität (5 %).
  • Unerwünschte Ereignisse der Koloskopie treten bei Kindern nur selten auf (zwischen 1,1 % und 2,4 %) und sind gewöhnlich mit Polypektomie verbunden.

Die umfangreichen, sehr nützlichen Informationen könnten für die informierte Einwilligung von Bedeutung sein, insbesondere wenn fortgeschrittene Resektions-Techniken eingesetzt werden.

Quelle:
Kothari ST et al. ASGE review of adverse events in colonoscopy. Gastrointest Endosc 2019 Sep 25. pii: S0016-5107(19)32115-7.

 

Letzte Aktualisierung:19/11/2019  - Alle Rechte vorbehalten © 2019
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