Versione italiana del sito

Glossario

Alle | 0-9 | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W
Seite:  « Zurück 1 2

G

Begriff Definition
Geschlechterverhältnisse

Die Berücksichtigung der Kategorie Geschlecht beinhaltet immer auch, die Beziehungen zwischen den Geschlechtern, die durch Ungleichheit, Macht und Hierarchie gekennzeichnet sind, in den Blick zu nehmen. In vielen Fällen wird nach wie vor der Mann / Männlichkeit als Norm unterstellt (Androzentrismus, Gender Bias), z.B. wenn es um die Bewertung von Arbeit geht. Ein Beispiel, das in der Frauenbewegung immer eine herausragende Rolle gespielt hat, sind die Themen "Häusliche Beziehungsgewalt", "Geschlechtergewalt". (Quelle: Jahn I, Gender-Glossar)

Geschlechtsidentität

Gender identity
Vereinfacht können unter Geschlechtsidentität die Kategorien "Männlichkeit" und "Weiblichkeit" verstanden werden. Die Bedeutung des Begriffs Geschlechtsidentität und der Zusammenhang zur (biologischen) Geschlechtszugehörigkeit hängt vom jeweiligen theoretischen Standpunkt ab. In den gender studies wird Geschlechtsidentität nicht als angeboren oder biologisch, durch Anatomie, Physiognomie, Chromosome, Hormone, Libido, determiniert betrachtet sondern als historisch, kulturell und gesellschaftlich konstruiert angesehen. Geschlechtsidentität ist somit nicht durch die körperliche Geschlechtszugehörigkeit erklärbar sondern variabel. (Quelle: Jahn I, Gender-Glossar)

Geschlechtsrollen

Gender roles
Die typischen sozialen und wirtschaftlichen Rollen, die die Gesellschaft als angemessen für Frauen und Männer ansieht. Männer werden hauptsächlich mit produktiven Rollen identifiziert, die oft sequenziell aufeinander folgen, während Frauen eine dreifache Rolle haben: Arbeiten im Haushalt, produktive Arbeit und Gemeinschaftstätigkeiten, die oft gleichzeitig durchgeführt werden müssen. Die geschlechtsspezifischen Rollen und Verantwortlichkeiten unterscheiden sich in den verschiedenen Kulturen und können sich im Laufe der Zeit ändern. In fast allen Gesellschaften werden die Rollen der Frauen eher unterbewertet.

Gesundheitsinformationssystem

Healthcare Information System

Das Gesundheitsinformationssystem wurde 1983 institutionalisiert und besteht aus dem Zusammenspiel von Sammlung, Ausarbeitung und Produktion von Informationsmaterial über die Verwaltungs-, Wirtschafs- und Versorgungsaktivitäten des nationalen Gesundheitssystems. Die letztgenannte Aktivität ist strikt ausgerichtet auf die Funktionen Programmierung, Verwaltung und Kontrolle der verschiedenen Ebenen staatlicher Institutionen: Ministerium, Regionen, örtliche Gesundheitsämter (USL) und Krankenhäuser.

Gesundheitszustand

Obwohl es einem jeden intuitiv gut verständlich erscheinen mag, entzieht sich das Konzept des Gesundheitszustandes einer präzisen Definition, und dies auch deshalb, weil die sanitären Richtlinien (policy) immer häufiger dazu tendieren, einige grundlegende Aspekte größter Tragweite als Priorität anzusehen: die Zentralität der Person als individuellen Wert und als Kapital einer Gemeinschaftlichkeit; das Streben nach ihrem körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefinden und der umfassenden Realisierung ihrer Lebensaufgabe; der Schutz beziehungsweise die Ingeration von Schutzbedürftigen. Als Konsequenz der Verbreitung eines Konzeptes der größtmöglichen Schutzes der Gesundheit sehen sich die Gesundheitsorganisationen also vor die Aufgabe gestellt, mit immer größerer Intensität die Erweiterung ihres Auftrags begleichen zu müssen. Um noch deutlicher zu machen, was heutzutage das zu erreichende Ausmaß des Schutzes und der Förderung der Gesundheit ist oder sein sollte, scheint es angebracht, die Dimension des Gesundheitszustandes in drei entsprechende Makroebenen respektive Kontext, Gesundheitszustand und Gesundheitsdeterminanten zu unterteilen. Die erste Ebene betrifft das Umfeld, in dem eine Person lebt und arbeitet. Sie wird bestimmt von den Indikatoren (demografische, sozioökonomische, ökologische etc.), die es nicht nur ermöglichen, die Gesundheit mit dem essentiellen Lebensweg des Individuums zu vergleichen, sondern auch den Nenner für einen Großteil der Indikatoren bilden. Die zweite Ebene umfasst die wahren und wirklichen Bedingungen des Wohlbefindens einer Person und beinhaltet Indikatoren, die ihrerseits klassifizierbar sind in einige thematische Unterebenen: Sterblichkeit und Morbidität, Gesundheitszustand im eigentlichen Wortsinn, im weitesten Sinne und entsprechend auch den Bereich des Subjektiven und der Invalidität beinhaltend, sowie aus der Verbindung von Morbiditäts- und Mortalitätsdaten zusammengesetzte Maßstäbe des Gesundheitszustandes. Die dritte Ebene bezieht sich zu guter letzt auf all diejenigen Faktoren, die in direkterer Weise mit dem einzelnen Individuum zusammenhängen und die den Zustand des Wohlbefindens der Person beeinflussen. Diese Faktoren werden gedeutet durch Indikatoren sogenannter sanitärer und nicht-sanitärer Determinanten des Gesundheitszustandes. Sie lassen sich in verschiedenen Sektoren zusammenfassen wie etwa biologische und persönliche, soziale, ökonomische und kulturelle und verhaltensorientierte (Gewohnheiten und Lebensstile). Es ist also anzunehmen, dass die Dimension der Performanz, die unter den Gesichtspunkt des Gesundheitszustandes fällt, mindestens nach den gerade beschriebenen drei Makroebenen untergliedert werden müsste.

Geteilte Veröffentlichung

Divided publication

Diese liegt vor, wenn aus einer einzigen Forschung stammende Ergebnisse in zwei oder mehr Artikeln veröffentlicht werden. Ein solcher Vorgang wird als salami science bezeichnet. Jeder Artikel kann einen Teil der dort enthaltenen Daten (fractionally divided publication) oder Abschnitte wiederholen, zum Beispiel die Einführung, welche die Studie erläutert (topically divided publication).

Gift authorship

Bedeutet, dass die Urheberschaft einer verlegerischen Arbeit einer Person zugeschrieben wird, die weder an der Erfassung der notwendigen Daten noch an der Niederschrift beteiligt war. Praktisch das Synonym von Guest authorship und Honorary authorship.

Gleichheit

Chancengleichheit bei der Gesundheit bedeutet Parität für alle Bürger beim Zugang zum Gesundheitssystem und Abschaffung jeder Art von Unterschieden beim Gesundheitszustand der Bevölkerung. Um die Dringlichkeit der Verbesserung der Chancengleichheit im Gesundheitssystem zu begreifen, genügt es, sich des Gefälles beim Gesundheitszustand bewusst zu werden, das nicht allein zwischen Staaten, sondern auch innerhalb der einzelnen Länder und Regionen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu registrieren ist. Die unterschiedlichen Bedeutungen der Gleichheit bezeichnen also eine erweiterte Vision des Gesundheitssystems, die eine Vielzahl an Variablen mit einschließt. Darunter fallen sowohl interne des Systems und solche bezüglich des Angebots (wie etwa das Verhältnis zwischen öffentlicher und privater Versorgung, die Verteilung der Ressourcen, die Territorialisierung der Dienste), als auch systemexterne, kontextbezogene und für die Gesundheit maßgebliche Variablen (wie zum Beispiel Arbeit, Einkommen, Umwelt-, Hygiene-, Wohn- oder Ernährungsbedingungen, Erziehung, Lebensstil, Sicherheit, der Entwicklungsstand des Territoriums und allgemeiner die Organisation von Verwaltung, Gesellschaft und Politik). Eine Definition von Gleichheit in der sanitären Versorgung, die einen signifikanten praktischen Nutzen hat, ist diejenige, die folgende Ziele zu realisieren sucht:

- Gleiche Gesundheit. Dabei handelt es sich um eine Definition, die sehr nahe an den Zielen der Weltgesundheitsorganisation liegt.
- Gleicher Zugang zu den Gesundheitsdiensten. Damit ist die Möglichkeit gemeint, unter den gleichen Maßstäben Zugang zu medizinischen Leistungen zu haben.
- real vorhanden Zugänglichkeit zu den Diensten und betrachtet die diversen Faktoren, die sie charakterisieren.
- Gleicher Zugang und Parität des Bedarfs. In diesem Fall wird berücksichtigt, dass im Falle von beschränkten Ressourcen zuerst diejenigen Zugang bekommen, die dringenderen Bedarf haben.
- Die Realisierung eines ausgewogenen Gesundheitssystems ist der Ertrag von Entscheidungen, Initiativen und Handlungen, die die verschiedenen Lebensbereiche eines Landes miteinander verbinden. In der Praxis sollte sich diese Synergie aus verschiedenen Aktionen in durch Indikatoren messbaren Zielen ausdrücken. Nichts desto trotz ist es schwierig, auf theoretischer Ebene einen einzigen und standardisierten Katalog an Maßstäben für Gleichheit festzulegen.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Cooperation and Development, OECD) nennt in diesem Zusammenhang fünf Komponenten der Gleichheit:

- Gesundheitszustand;
- Resultat;
- Zugang;
- Übereinstimmung;
- Finanzierung.

Italien macht sich das Konzept der Finanzierungsgleichheit zu eigen. Demzufolge sollte die Abschaffung von ökonomischen Hindernissen der Nutzung der Dienste einerseits durch die Kostenfreiheit beim Zugang zum Empfang von Leistungen und Diensten erfolgen; andererseits sollte dies aber auch durch ein Finanzierungssystem bewirkt werden, das gewährleisten kann, dass die individuellen Beiträge unabhängig vom Krankheitsrisiko und den erhaltenen Leistungen sind und ausschließlich von den finanziellen Beitragsmöglichkeiten abhängen.

Gleichstellung der Geschlechter

Gender equality
Der Begriff bedeutet, dass niemand wegen seines Geschlechts bei der Chancenzuteilung und der Beteiligung an Ressourcen oder der Nutzung und dem Zugang zu Dienstleistungen benachteiligt werden darf.

Gleichstellungspolitik

Gender Mainstreaming
Die Integration der Gleichstellungsperspektive in den Analysen, der Formulierung und der Monitorierung von Maßnahmen, Programmen und Projekten, mit dem Ziel, damit die Gleichstellung der Geschlechter zu unterstützen. Mainstream bedeutet Hauptströmung/Hauptstrom, in diesem Sinn versteht man unter "Gender Mainstreaming": Die geschlechtersensible Perspektive in den Mittelpunkt zu stellen, eine Perspektive, die dagegen oft unbeachtet bleibt. Nach dem Amsterdamer Vertrag (2.11.1997) sind alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verpflichtet, bei ihren Politiken und Maßnahmen die Grundsätze des "Gender Mainstreaming" zu berücksichtigen. Wenn die Gleichstellungsperspektive in den medizinischen Lehrplänen zu einer wichtigen Perspektive (Mainstream) wird, bedeutet das, dass die Genderbegriffe geläufiger, gewohnter, traditioneller in der ärztlichen Praxis und Ausbildung werden. Es bedeutet, dass erkannt wird, wo die Unterschiede im ganzen Ausbildungsprozess, in der klinischen Praxis und den Gesundheitsmaßnahmen bedeutend sind und das Ungleichgewicht korrigiert wird, wenn es notwendig ist.

Goldstandard

Gold standard

Siehe Referenzstandard.

Grad der Krankheit

Gradient of the disease

Ausdruck zur Bezeichnung der Schwere einer Krankheit, ähnlich wie die Farbabstufungen von hell zu dunkel, das heißt von nicht offensichtlichen bis zu tödlichen Fällen einer Krankheit.

Graue Literatur

Grey literature

Sammelbezeichnung für nicht an kommerzielle Verlage gebundenes Informationsmaterial, das von Regierungsstellen, Hochschulen, Firmen u. ä. im elektronischen Format oder in Druckversion herausgebracht und nicht von Fachzeitschriften oder in Buchform veröffentlicht wird; das ist der Fall bei Tätigkeitsberichten nach Abschluss eines Projekts, Vorlesungsskripts, Handbüchern für den Gebrauch eines Instruments, Leitlinien für Labortechniken, oder einfach Informationsbroschüren.

Grundlegende Betreuungsniveaus

Das Zusammenspiel der vom Nationalen Gesundheitssystem allen Bürgern garantierten Leistungen und Aktivitäten.
Ihre Definition wurde festgelegt vom D.lgs. 19/6/1999 n°229, das auch schon die bei ihrer Identifizierung zu respektierenden Prinzipien in Kraft gesetzt hat: die Würde des Menschen, Bedürfnis nach Gesundheit, Zugangsgleichheit, Qualität und Angemessenheit der Behandlungen, die Wirtschaftlichkeit bei der Verwendung der Ressourcen.
Die in den Grundlegenden Betreuungsniveaus (GBN) beinhalteten Leistungen werden entweder kostenfrei gewährleistet oder mit einer Kostenbeteiligung (je nach geltendem Recht). Artikel 9 des D.lgs 56/2000 ermahnt die Notwendigkeit, unverzüglich die Verfahren zur Überwachung der Gesundheitsversorgung zu aktivieren, die effektiv in jeder Region erbracht wird, und fordert die Einhaltung der vorgesehenen Garantieleistungen. Das Garantiesystem, dessen Durchführung erwartet wird, sieht folgende Inhalte vor:

- ein minimale Einheit von Indikatoren und korrespondierenden Bezugsparametern, die für die Ziele der Überwachung der Einhaltung der Grundniveaus der Versorgung in jeder Region relevant sind;
- die Regeln für die Realisierung, die Validierung und Ausarbeitung der Informationen;
- die Verfahren zur periodischen Erhebung der Ergebnisse und zur Ermittlung der Regionen, die die Bezugsparameter nicht einhalten oder nicht das gleiche Ziel anstreben.

Der Nationale Gesundheitsplan 2003-2005 sieht unter zehn Projekten zur Strategie der Veränderung auch das zur „Durchführung, Messung und Aktualisierung der GBN und zur Verkürzung der Wartelisten“ mittels einiger strategischer Ziele vor:

1. Vorbereitung eines konsolidierten Überwachungssystems der GBN durch Indikatoren, die erschöpfend in allen drei Überprüfungsniveaus wirken (Niveau des Krankenhauses, Territoriums und der Lebens- und Arbeitsumwelt), sowie durch die Verwendung von Daten, die über das Neue Informationssystem ausgearbeitet wurden;
2. Veröffentlichung der aufgezeichneten Werte der Wartezeiten, um das Erreichen des vorausgesagten Niveaus zu gewährleisten;
3. Schaffung von Indikatoren der Angemessenheit auf territorialem Niveau, die sich auf den Patienten konzentrieren und nicht auf Leistungen, wie es heute der Fall ist;
4. Verbreitung von Verwaltungsmodellen der Regionen und der Gesundheitsbehörden, die in der Lage sind, mit einer ausgeglichenen Kosten- und Qualitätsbilanz die GBN zu liefern (benchmarking auf regionalem und behördlichem Niveau).

Das Gewährleistungssystem wird realisiert durch die koordinierte Arbeit von drei Organen: die Runde zur Überwachung und Verifizierung des effektiv geleisteten GBN, die nationale Kommission zur Definition und Aktualisierung des GBN und die alleinige Kommission für medizinische Vorrichtungen (letztere mit der Aufgabe, zu garantieren, dass sich die Verwendung der medizinischen Gerätschaften in den verschiedenen Leistungstypologien nach Qualitäts- und Sicherheitskriterien richtet und dabei auch die Angemessenheit der Kosten Berücksichtigung findet).

Seite:  « Zurück 1 2
Glossary 2.64 is technology by Guru PHP

Letzte Aktualisierung:11/11/2019  - Alle Rechte vorbehalten © 2019
Autonome Provinz Bozen - Ressort Gesundheit, Breitband und Genossenschaften
Amt für Gesundheitsordnung