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G

Begriff Definition
g-index

Der g-index wurde von Leo Egghe entwickelt. Er entstand, um häufig zitierten Artikeln ein größeres Gewicht zu geben. Er wird nach der folgenden Formel berechnet: Der Index g ist die größte Ordnungsnummer (wenn man die Artikel nach der Anzahl der Zitierungen in absteigender Folge klassifiziert) so dass die ersten g Artikel (insgesamt) mindestens 2 g Zitierungen erhalten haben (Cassella und Bozzarelli, 2011). (Quelle: Perfetti O, Impact factor, h-index e la valutazione della ricerca, 2013)

Gegenstandsverankerte Theoriebildung

Grounded theory

Herangehensweise an eine qualitative Studie, bei der der Forscher konzeptuelle Kategorien aus den Daten entwickelt und dann neue Beobachtungen anstellt, um diese Kategorien weiterzuentwickeln. Die Hypothesen werden direkt aus den Daten hergeleitet.

Gender

Darunter werden gesellschaftlich bedingte Rollen und Verantwortlichkeiten von Männern und Frauen verstanden. Der Begriff Gender drückt aus, wie wir wahrgenommen werden und welche Denk- oder Handlungsweise man von uns als Frauen oder Männer aufgrund der Organisation der Gesellschaft erwartet, nicht aufgrund unserer wirklichen Geschlechtsunterschiede. Der Begriff "Gender" verweist auf die psychologischen, sozialen und kulturellen Dimensionen je nach Geschlechtszugehörigkeit.

Gender Bias

Gender Bias (engl.) kann übersetzt werden mit "geschlechterbezogene Verzerrungseffekte" oder "Verzerrungen, die dadurch zustande kommen, dass Geschlechterunterschiede nicht angemessen berücksichtigt werden", auch "geschlechtsspezifische Voreingenommenheit". Gender Bias manifestiert sich zum Beispiel in einer Projektplanung, in der nicht bedacht wird, dass Frauen/Mädchen und Männer/Jungen aufgrund ihrer unterschiedlichen gesellschaftlichen Position verschiedene Bedürfnisse und Interessen haben können. Nach Margrit Eichler sind drei Hauptformen geschlechterbezogener Verzerrungen zu unterscheiden: (1) Geschlechtsinsensibilität: bei Planung und Umsetzung von Projekten wird überhaupt nicht mitgedacht, dass das Geschlecht eine Rolle spielen könnte und es wird keine Unterscheidung zwischen Mädchen/Frauen und Jungen/Männern gemacht. (2) Androzentrismus (auf den Mann, das Männliche zentriert). Diese Form des Gender Bias ist daran zu erkennen, dass vorrangig Männer betreffende Probleme, Risikolagen und Sichtweisen untersucht bzw. bearbeitet werden. Zugleich werden männliche Verhaltensweisen als Norm gesetzt. (3) Doppelter Bewertungsmassstab: Dieser liegt vor, wenn unkritisch bei Frauen/Mädchen und Männern/Jungen verschiedene Massstäbe zur Beschreibung oder Behandlung im Wesentlichen gleichartiger Situationen angewendet werden, z.B. wenn Charaktereigenschaften stereotyp Frauen oder Männern zugeordnet werden (Geschlechterstereotype). (Quelle: Jahn I, Gender-Glossar)

Gender Impact Assessment

Gender Impact Assessment (engl.; Abkürzung GIA) meint die Analyse und Bewertung von Situationen und Massnahmen im Hinblick auf geschlechterrelevante Kriterien. GIA wird sowohl ganz allgemein verwendet für die Prüfung und Bewertung von Massnahmen, welche Auswirkungen sie auf Frauen und Männer sowie das Geschlechterverhältnis haben als auch für spezifische Methoden, diese Analyse durchzuführen. Wesentliche Kriterien für GIA sind: Partizipation (z.B. Geschlechterzusammensetzung von Zielgruppen), Ressourcen (z.B. Zeit, Geld, Macht, aber auch Zugang zu Gesundheitsdiensten und Gesundheitsförderungsangeboten), Normen und Werte (z.B. die Vorstellungen davon, was Frauen/Mädchen und Männer/Jungen tun sollten), Rechte (z.B. direkte und indirekte Diskriminierung). Ergebnis des Gender Impact Assessment ist der Vorschlag von Massnahmen, die Diskriminierung ausschliessen und die Gleichstellung der Geschlechter fördern). (Quelle: Jahn I, Gender-Glossar)

Gender Paradox

Darunter wird das Paradoxon verstanden, dass Frauen im Vergleich zu Männern höhere Krankheitsraten aber niedrigere Sterblichkeitsraten aufweisen. Zwar steigt die Lebenserwartung für beide Geschlechter quantitativ, die Lebensqualität dieser gewonnen Lebensjahre ist für Männer und Frauen sehr unterschiedlich: Männer "gewinnen" gesunde Jahre, während Frauen Jahre mit Behinderung und gesundheitlicher Einschränkung "gewinnen". Die Unterscheidung zwischen quantitativ und qualitativ ist relevant für die Formulierung von Gleichstellungszielen. Wird z.B. nur auf die quantitative Lebenserwartung Bezug genommen, sind Männer tendenziell im Nachteil, werden dagegen qualitative Dimensionen der Lebenserwartung einbezogen - z.B. Lebensjahre bei guter Gesundheit oder ohne Behinderung, ohne Pflegebedürftigkeit - sind tendenziell die Frauen im Nachteil. (Quelle: Jahn I, Gender-Glossar)

Gender und Qualität

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Die angemessene Berücksichtigung der Kategorie Geschlecht ist ein zentrales Kriterium für die Qualität nicht nur von politischen Programmen und Aktivitäten, sondern auch in der Gesundheitsförderung. Gesundheitsförderung nach dem „Gießkannenprinzip“ ist wenig wirkungsvoll; zunehmend hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich Gesundheitsförderung an Bedürfnissen und Bedarfen der spezifischen Zielgruppen ausrichten muss. Eine Differenzierung nach Geschlecht ist einer der ersten Schritte, die Angebote passgenau für verschiedene Zielgruppen auszugestalten. (Quelle: Jahn I, Gender-Glossar)

Gender und soziale Ungleichheit

Vielfach wird der Forderung nach geschlechterangemessener Politik, Forschung und Praxis entgegengehalten, es gäbe andere wichtige Faktoren sozialer Ungleichheit (z.B. Armut). Hierzu ist anzumerken, dass es nicht um eine Entweder/Oder-Entscheidung geht. Eine sorgfältige Berücksichtigung der Kategorie Geschlecht bedeutet immer, auch die Unterschiede innerhalb der Geschlechtergruppen zu berücksichtigen, z.B. Mädchen/Frauen und Jungen/Männer. (Quelle: Jahn I, Gender-Glossar)

Gender-Analyse

Gender analysis
Untersucht die Unterschiede und das Gefälle (Missverhältnis) in den von Frauen und Männern eingenommenen Rollen, das Machtungleichgewicht in ihren Beziehungen, ihre Bedürfnisse, ihre Benachteiligungen und Chancen sowie die Auswirkung dieser Unterschiede auf ihr Leben. Im Gesundheitsbereich untersucht eine Genderanalyse, wie diese Unterschiede sich auf die Risikoaussetzung, den Zugang zur Nutzung der Technologie, der Information, der Ressourcen und des Gesundheitswesens sowie auf die Inanspruchnahme der Rechte auswirken können. Frauen wird in den meisten Gesellschaftssystemen der Zugang zu den Ressourcen und die Kontrolle über sie erschwert, und sie werden weniger in Entscheidungsprozesse involviert. Die Genderanalyse zeigt oft, dass die Ungleichheiten sich nachteilig für die Gesundheit der Frauen auswirken, und weist auf die zu überwindenden Hindernisse hin. Sie unterstreicht auch die Risiken für die Gesundheit und die Probleme, denen Männer in der Folge der sozialen Struktur ihrer Rollen gegenüberstehen.

Gender-Blindheit

Gender blindness
Die Augen werden verschlossen vor der Tatsache, dass das Geschlecht ausschlaggebend ist auf sozialer Ebene, einschließlich der Gesundheit. In der Medizin äußert sie sich mit mangelnden Forschungsarbeiten, die desaggregierte Daten nach Geschlecht enthalten, weil vorausgesetzt wird, dass zwischen Männern und Frauen keine Unterschiede bestehen. Die Genderblindheit hat eine negative Auswirkung auf die Diagnose und den Umgang mit den Gesundheitsproblemen sowohl für Frauen als Männer.

Gender-Sensibilität

Gender sensitivity
Die Fähigkeit, die Unterschiede, Problemstellungen und Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zu erkennen und die Strategien und Handlungen danach auszurichten.

Genderbewusstsein

Gender awareness
Das Verständnis, dass gesellschaftlich bedingte Unterschiede zwischen Männern und Frauen aufgrund angelernter Verhaltensweisen bestehen, die ihre Möglichkeiten zum Zugang zu den Ressourcen und die Kontrolle darüber beeinflussen.

Gendergleichstellung

Gender equity
Unparteilichkeit und Gerechtigkeit bei der Verteilung von Nutzen und Verantwortlichkeiten zwischen Frauen und Männern. Es wird anerkannt, dass Frauen und Männer unterschiedliche Bedürfnisse und Fähigkeiten haben, und dass diese Unterschiede so erkannt und berücksichtigt werden müssen, dass das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern ausgeglichen wird.

Genetische Epidemiologie

Genetic epidemiology

Die Wissenschaft, die sich mit der Ätiologie, dem Vorkommen und der Kontrolle der Krankheit in Gruppen von Verwandten und den Gründen für Erbkrankheiten in der Bevölkerung befassen. Untersucht die Rolle genetischer Faktoren und deren Interaktion mit anderen Genen oder Umweltfaktoren im Auftreten von Krankheiten in menschlichen Populationen. Die Studie der Häufigkeit, der Ursachen und der Kontrollierbarkeit der Krankheit im Zusammenhang mit den genetischen Faktoren.

Geschlecht

Sex
Die genetischen/physiologischen oder biologischen Merkmale einer Person, die anzeigen, ob sie dem männlichen oder weiblichen Geschlecht angehört. Der Begriff bezieht sich also auf die biologischen, hormonellen, chromosomischen Unterschiede, die äußeren und inneren Geschlechtsorgane.

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