Eine systematische Übersichtsarbeit über Alkohol und das Krebsrisiko

Eine in Cancer Epidemiology erschienene Übersichtsarbeit bestätigt die wissenschaftliche Evidenz von Alkohol als Risikofaktor für Krebs, was eine Reihe von spezifische Konsequenzen für die Arbeit im Gesundheitsbereich hat.

Die Studie hebt hervor, dass das Krebsrisiko nicht nur bei Alkoholmissbrauch und starkem Konsum besteht, sondern eng mit der Häufigkeit und der insgesamt konsumierten Menge an Alkohol zusammenhängt. Diese Daten sind wichtig für den klinischen Umgang, da auch ein regelmäßiger Konsum, der als „moderat“ gilt oder „in Gesellschaft“ stattfindet, unter dem Gesichtspunkt der primären Prävention betrachtet werden muss. Alkohol gehört zu den Karzinogenen der Gruppe 1 (IARC) und ist an der Ätiologie einiger Tumoren beteiligt, darunter Rachen-, Speiseröhren-, Leber-, Darm- und Brustkrebs. Die Übersichtsarbeit zeigt, dass häufiger Alkoholkonsum mit anderen Krankheiten, beeinflussbaren Risikofaktoren (wie Rauchen) und der individuellen genetischen Prädisposition zusammenwirkt und das Krebsrisiko erhöht.

Diese Ergebnisse machen deutlich, dass das Gesundheitspersonal (Ärzte und Ärztinnen der  Allgemeinmedizin und der Onkologie sowie Krankenpfleger und Ernährungsberater), geeignete proaktive Maßnahmen ergreifen müssen. Besonders wichtig ist das regelmäßiges Screening des Alkoholkonsums (mit Instrumenten wie AUDIT und ASSIST) im klinischen Umfeld und Beratungsangebote für Patient:innen, deren Konsum nicht risikoarm ist. Darüber hinaus muss deutlich gemacht werden, dass es in Bezug auf Krebs keine sichere Menge für einen unbedenklichen Alkoholkonsum gibt. Das Gesundheitspersonal muss erklären, dass die Verringerung der Häufigkeit und der Menge des Alkoholkonsums eine wichtige Strategie der Krebsprävention ist, vergleichbar damit, das Rauchen aufzuhören. Besondere Aufmerksamkeit sollte Frauen gewidmet werden (wegen des erhöhten Brustkrebsrisikos) und Patient:innen mit onkologischer Anamnese oder familiärer Krebsbelastung, denen Abstinenz oder ein minimaler Konsum empfohlen werden sollte.

Quelle

Abraham I al. A systematic review on the risk of developingcancer and frequency of alcohol consumptionbehaviors in US adults. Cancer Epidemiol2025;99:102956.