Eine neue, in JAMA Network Open publizierte Studie beleuchtet einen signifikanten Anstieg des Cannabinoid-Hyperemesis-Syndroms (CHS) in den US-amerikanischen Notaufnahmen zwischen 2016 und 2022. CHS, das sich durch wiederkehrende, auf chronischen Cannabiskonsum zurückzuführende Brechattacken auszeichnet, hat sich in den USA zu einem wachsenden Gesundheitsproblem entwickelt. Dieses Phänomen ist vor dem Hintergrund der Legalisierung von Cannabis für den Freizeitkonsum und den medizinischen Gebrauch in immer mehr amerikanischen Staaten zu sehen.
Durch die Analyse von mehr als 800 Millionen Notaufnahmebesuchen, fanden die Forschenden heraus, dass die Prävalenz von 4,4 auf 22,3 Fälle je 100 000 Besuche gestiegen ist. Der Anstieg war besonders ab 2020 stark, ein Zeitraum, in dem die höchste Fallzahl im letzten Jahresdrittel zu beobachten war. Dagegen war bei Übelkeit und Erbrechen ohne Diagnose im Zusammenhang mit Cannabis ein Rückgang festzustellen, von 300 auf 186 Fälle. Diese Tendenz lässt vermuten, dass der Zuwachs nicht bloß auf eine veränderte Einstufung zurückzuführen ist, sondern wiedergibt, dass es eine wachsende Zahl von Patient:innen mit von Cannabiskonsum hervorgerufenen Problemen gibt, welche diese Symptome aufweisen.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Syndrom überproportional häufig junge Erwachsene betrifft und das Risiko in der Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen signifikant größer ist. Auch geographische Unterschiede sind erkennbar, mit einer höheren Inzidenz im Nordosten und im Westen der Vereinigten Staaten. Diese Entdeckungen machen deutlich, dass es, vor allem in den Notaufnahmen, mehr Wachsamkeit vonseiten des medizinischen Personals bedarf und die Feststellung von CHS perfektioniert werden muss, um die Diagnose und die Behandlung zu verbessern, in Übereinstimmung mit dem zunehmenden Cannabiskonsum im Land.
Quelle
Swartz JA, Franceschini D. Cannabinoid hyperemesis syndrome, 2016 to 2022. JAMA Netw Open 2025;8(11):e2545310.
