Eine in Journal of Human Development and Capabilities erschienenen Studie gibt Anlass zu ernsthafter Sorge bezüglich der Auswirkungen von Smartphones und sozialen Medien auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Die Studie offenbart einen besorgniserregenden Zusammenhang zwischen dem Zugang zu einem Smartphone in der Kindheit und psychischen Problemen im jungen Erwachsenenalter.
Die auf Daten des Global Mind Project beruhende Forschungsarbeit zeigt auf, dass der Besitz eines Smartphones vor dem 13. Lebensjahr insbesondere bei Mädchen und Frauen mit einer schlechteren psychischen Gesundheit assoziiert ist, die mit Selbstmordgedanken, Realitätsverlust, schlechterer Emotionsregulation und geringerem Selbstbewusstsein einhergeht und durch den Zugang zu sozialen Medien verstärkt wird; außerdem treten häufiger Cybermobbing, Schlafstörungen und familiäre Probleme auf. Die Tendenz ist weltweit zu beobachten, besonders aber in den anglophonen Ländern.
Obgleich viele Plattformen dreizehn Jahre als Zugangsalter festgelegt haben, lässt die Anwendung dieser selbstauferlegten Normen oft zu wünschen übrig, während das Durchschnittsalter für den Besitz eines Smartphones weiter sinkt. Die Daten des Global Mind Project zeigen, dass das psychische Wohlbefinden in der jüngsten Bevölkerungsgruppe mit Zugang zu einem Smartphone immer weiter abnimmt. Der MHQ (Mind Health Quotient) nimmt bei denjenigen, die früh ein Smartphone erhalten haben, signifikant ab. Zum Beispiel berichten 48 % der Frauen zwischen 18 und 24 Jahren, die mit fünf oder sechs Jahren ein Smartphone bekamen, von Selbstmordgedanken, gegenüber 28 % der Frauen, die es erst mit dreizehn Jahren erhielten.
Um diesem gewichtigen Problem entgegenzutreten, schlagen die Autor:innen einen systemischen Ansatz vor, der gesetzliche Maßnahmen wie für Alkohol und Tabak umfasst. Zu den weiteren Empfehlungen gehören obligatorische Kurse in digitaler Kompetenz und psychischer Gesundheit, eine Verstärkung der Kontrolle von Verstößen gegen die Altersgrenze, wirksame Sanktionen gegen die Technologieunternehmen, die Beschränkung des Zugangs zu Social-Media-Plattformen für Jugendliche unter dreizehn Jahren und die Einführung abgestufter Zugangsbeschränkungen für Smartphones sowie geeignete Alternativen für die Entwicklungsförderung von Kindern unter dreizehn Jahren.
Die unverzügliche Implementierung von fundierten entwicklungsfördernden Maßnahmen kann dazu beitragen, die psychische Gesundheit künftiger Generationen zu schützen und ihr Leben in einer immer digitaleren Welt zu verbessern.
Quelle
Thiagarajan TC et al. Protectingthe developing mind in a digital age: a global policy imperative. Journal of Human Development and Capabilities 2025;26(3);493-504.
