Auch der Verzehr kleiner Mengen hochverarbeiteter Lebensmittel ist mit einem messbar erhöhten Risiko für chronische Krankheiten assoziiert. Dies belegt eine vom Institute for Health Metrics and Evaluation der Universität Washington durchgeführte Studie. Insbesondere verarbeitetes Fleisch, gezuckerte Getränke und Transfette sind mit einem erhöhten Risiko für Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, ischämische Herzkrankheit und kolorektales Karzinom verbunden.
Schon zuvor haben zahlreiche Studien den Zusammenhang zwischen hochverarbeiteten Lebensmitteln – vor allem verarbeitete Fleischwaren, zuckerhaltige Getränke und Transfette – und dem Anstieg des Risikos für chronische Krankheiten festgestellt. Es wird geschätzt, dass im Jahr 2021 eine an Fleischprodukten reiche Ernährungsweise zu ca. 300 000 Todesfällen weltweit beigetragen hat, während man davon ausgeht, dass der Konsum von gezuckerten Getränken und Transfetten für den Verlust von Millionen an Lebensjahren verantwortlich ist.
Fleischprodukte, die geräuchert, gepökelt oder mit chemischen Produkten behandelt werden, enthalten häufig Stoffe wie N-Nitroso-Verbindungen, polyzyklische Kohlenwasserstoffe und heterozyklische Amine, die für die Entwicklung von Tumoren mitverantwortlich gemacht werden. Zuckerhaltige Getränke dagegen gehören zu den hauptsächlichen Quellen für den Zuckerkonsum in der modernen Ernährung und sind mit Gewichtszunahme, Diabetes und kardiovaskulären Krankheiten verbunden. Transfette wiederum entstehen, wenn Pflanzenöle industriell gehärtet werden und gehen mit systemischen Entzündungen und koronaren Herzkrankheiten einher.
Bis heute ist es aufgrund der Variabilität der Daten und der nicht immer einheitlichen Ergebnisse der Studien schwierig, die Dosis-Risiko-Beziehung genau zu erfassen.
Die in Nature Medicine erschienene Meta-Analyse bewertet die Assoziation zwischen dieser Art von Nahrungsmitteln und dem Risiko von drei Krankheiten: Typ-2-Diabetes, ischämische Herzkrankheit und kolrektales Karzinom.
Der tägliche Verzehr von Fleischwaren einer Menge zwischen 0,6 bis 57 Gramm ist im Vergleich zum Verzicht darauf mit einem um 11 % erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden. Bei 50 g wird geschätzt, dass das relative Risiko um 30 % höher liegt. Was Darmkrebs betrifft, steigt das Risiko ab einem Konsum von 0,78 g am Tag schon um 7 % und erreicht bei 50 g 26 %. Das relative Risiko für ischämische Herzkrankheit ist bei dieser Menge um 15 % höher.
Was gezuckerte Getränke angeht, ist der tägliche Konsum zwischen 1,5 und 390 g pro Tag mit einem durchschnittlich erhöhten Diabetesrisiko von mindestens 8 % verbunden. Bei 250 g am Tag steigt das relative Risiko um 20 %. Das Risiko für Herzkrankheiten erhöht sich schon bei einer moderaten Aufnahme (bis zu 365 g am Tag), mit einem durchschnittlichen Anstieg von 2 % und einem relativen Risiko von 7 % bei 250 g.
Transfette hingegen gehen schon bei einem geringen Verzehr mit einem größeren Risiko für Herzkrankheiten einher: zwischen 0,25 % und 2,56 % der täglichen Kalorienaufnahme. Bei 1 % des täglichen Kalorienbedarfs wird geschätzt, dass das Risiko um 11 % steigt.
Die Forscher unterstreichen, dass sich das Risiko mit steigendem Konsum erhöht, auch bei als gering angesehenen Mengen, das heißt einer Portion oder weniger am Tag. Selbst regelmäßig verzehrte kleine Mengen könnten mit einem signifikanten Gesundheitsrisiko verbunden sein.
Fonti
Haile D et al. Health effects associated with consumption of processed meat, sugar-sweetened beverages and trans fatty acids: a Burden of Proof study. Nat Med 2025. https://doi.org/10.1038/s41591-025-03775-8
Gou, W, Zheng JS. Updating the evidence on ultra-processed foods and health. Nat Med ed2025 https://doi.org/10.1038/s41591-025-03782-9
