Die Europäische Kommission und UNICEF haben eine dreijährige Zusammenarbeit angekündigt, die das Ziel hat, die psychische und physische Gesundheit von Kinder und Jugendlichen in der Europäischen Union, in Island und in Norwegen zu verbessern. Die vom Programm EU4Health mit zwei Millionen Euro finanzierte Initiative ist eine Antwort auf die wachsenden gesundheitlichen Herausforderungen für junge Menschen, darunter psychische Probleme, Adipositas und ungesunde Lebensstile.
Eine ganzheitliches Gesundheitskonzept
Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf fünf Kernbereiche:
- Förderung eines gesunden Lebensstils.
- Entwicklung und Hilfe im frühen Kindesalter.
- Schutz der Kinder vor der Vermarktung gesundheitsschädlicher Produkte (Tabak, Alkohol und ungesunde Lebensmittel).
- Förderung von psychischer Gesundheit und seelischem Wohlbefinden.
Ansichten der Experten
Die Gesundheitsexpert:innen betonen die Notwendigkeit von Strategien, die auf multidimensionalen und nachhaltigen Belegen beruhen. Saoirse Nic Gabhainn von der Universität Galway verweist auf die Bedeutung frühzeitiger Maßnahme und Gesundheitsinitiativen in Schulen und Gemeinschaften. Colette Kelly, ebenfalls von der Universität Galway, spricht sich für die Einbeziehung der Schulen, für gesundes, kostenloses Schulessen und Ressourcen ohne Stigma aus, um z. B. Adipositas zu begegnen.
Frederike Jörg von der Universität Groningen wiederum ruft dazu auf, sich um die sozialen Determinanten der Gesundheit wie Wohn- und Arbeitssituation zu kümmern und Verhaltenstraining anzubieten, damit Kinder emotionale Kompetenz erwerben können.
Strategien und Vorschriften
Die Expert:innen fordern strengere Vorschriften für die Vermarktung von Produkten, die ungesund für Kinder sind, höhere Steuern auf Nikotin und Tabak und einen besseren Zugang zu gesunden Lebensmittel zu annehmbaren Preisen, insbesondere für schlechtergestellte Familien. Diese Maßnahmen zielen auf die Verminderung des Suchtmittelkonsums und eine allgemeine Verbesserung der Gesundheit.
Bestehende Initiativen
Ausgangspunkt dieser Zusammenarbeit sind schon existierende Initiativen wie Europas Plan gegen den Krebs und das Programm Healthier Together. Laut UNICEF-Regionaldirektorin Regina De Dominicis ist die Partnerschaft ein „wesentlicher Schritt“, um sich den Herausforderungen im Gesundheitsbereich zu stellen und zu gewährleisten, dass jedes Kind gesund aufwachsen und sein Potenzial entwickeln kann.
Zusammenarbeit mit den interessierten Parteien
An dem Projekt sind eine Reihe von interessierte Personen beteiligt, darunter nationale politische Verantwortungsträger, Beschäftigte im Gesundheitswesen, Pädagogen und Vertreter der Kinder und Jugendlichen. Auch internationale Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung tragen zum Gelingen des Projekts und zur Vermeidung von „überflüssigen“ Maßnahmen. bei
