Weltweit steigen die Diabetes-Zahlen, während die Ungleichheit bei der Behandlung größer wird

Eine in The Lancet erschienene globale Analyse zeigt, dass die Zahl der an Diabetes erkrankten Erwachsenen in der ganzen Welt inzwischen über 800 Millionen beträgt, das sind viermal mehr als 1990. Die von der NCD Risk Factor Collaboration (NCD-RisC) zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation durchgeführte Studie zeichnet ein besorgniserregendes Bild, was den Anstieg der Prävalenz und die Therapiemängel betrifft.

Beunruhigend sind insbesondere folgende Zahlen:

  • Im Jahr 2022 waren weltweit 828 Millionen Erwachsene von Diabetes betroffen, davon 212 Millionen in Indien und 148 Millionen in China.
  • Mehr als die Hälfte (445 Millionen Erwachsene im Alter ab 30 Jahren) erhielt 2022 keine Behandlung.
  • Die Diabetesrate hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt, von 6,8 % auf 14,3 % bei Männern und von 6,9 % auf 13,9 % bei Frauen.

Professor Majid Ezzati vom Imperial College in London erklärt, dass insbesondere die fehlende oder unvollständige Behandlung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMIC) besorgniserregend ist, denn in diesen Ländern betrifft unbehandelte Diabetes häufig die junge Bevölkerung und führt zu schweren Komplikationen wie Herzkrankheiten, Nierenschäden oder sogar vorzeitigem Tod.

Während die Diabetesrate in einigen Ländern mit hohem Einkommen stabil bleibt oder sogar sinkt, ist in Ländern mit niedrigem Einkommen eine drastische Zunahme zu verzeichnen. In Pakistan zum Beispiel ist die Prävalenz von Diabetes bei Frauen von 9 % im Jahr 1990 auf 30,9 % im Jahr 2022 gestiegen, der größte festgestellte Anstieg. Dagegen gehören Frankeich, Spanien und Japan weiterhin zu den Ländern mit der niedrigsten Rate, die bei Frauen 2-5 % beträgt.

Die Studie zeigt überdies, dass Adipositas und eine falsche Ernährungsweise ausschlaggebende Faktoren für Typ-2-Diabetes sind, der den Großteil der Fälle ausmacht. Die Weltgegenden, in denen sich Adipositas ausbreitet, wie die pazifischen Inselstaaten und der Nahe Osten, weisen entsprechend hohe Raten von Diabetes auf.

In vielen LMIC ist die Behandlungsrare weiterhin niedrig, in einigen Ländern erhalten mehr als 90 % der Diabetiker keine Therapie. Dagegen erreicht zum Beispiel Belgien eine Behandlungsrate von über 75 %. Die wachsende Ungleichheit hat dazu geführt, dass Länder wie Indien, China und Pakistan die meisten unbehandelten Fälle haben.

Quelle

Zhou B et al.; NCD Risk Factor Collaboration (NCD-RisC). Worldwide trends in diabetes prevalence and treatment from 1990 to 2022: a pooled analysis of 1108 population-representative studies with 141 million participants. The Lancet; Online first. November 13, 2024.

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