Pränataldiagnostik: KI ist in der Lage, Placenta accreta zu erkennen

Ein innovatives KI-Modell hat das Potenzial, die Sicherheit von Geburten erheblich zu verbessern, da es mit großer Präzision Placenta accreta erkennen kann, eine schwere Komplikation, die in etwa der Hälfte der Fälle nicht diagnostiziert wird. Die vom Baylor College of Medicine in Houston durchgeführte und beim Pregnancy Meeting 2026 der Society for Maternal-Fetal Medicine vorgestellte Studie zeigt, dass diese Technologie in der Lage ist, die Schwachstellen der heute üblichen Ultraschalluntersuchungen auszugleichen und so das Risiko, dass die Mutter aufgrund von Blutungen oder Organversagen stirbt, beträchtlich zu senken.

Unter Placenta accreta versteht man eine ungewöhnlich fest an der Gebärmutter anhaftende Plazenta, ein Problem, das in den USA immer öfter auftritt und häufig mit vorhergehenden Kaiserschnitten zusammenhängt. Bei einer retrospektiven Analyse der 2D-Ultraschallbilder von 113 Patientinnen mit hohem Risiko, die zwischen 2018 und 2025 untersucht worden waren, erkannte die künstliche Intelligenz alle Fälle von Placenta accreta, ohne falsch-negative Ergebnisse und mit lediglich zwei falsch-positiven Befunden.

Laut Dr. Alexandra L. Hammerquist, Forscherin am Baylor College of Medicine, lösen die möglichen klinischen Implikationen Begeisterung aus, denn die Einführung dieser Software in Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen könnte den Umgang mit Risikoschwangerschaften radikal verändern. Da das Tool um die 31. Schwangerschaftswoche herum sichere Ergebnisse liefert, haben die Ärzte und Ärztinnen genug Zeit, individuelle und sichere Eingriffe zu planen, um die Gesundheit von Mutter und Kind zu gewährleisten.