Die möglichen unerwünschten Wirkungen der Immuntherapie bei Melanom

Im Bericht der Bollettino SIFO (Società Italiana di Farmacia Ospedaliera/Italienische Gesellschaft für Krankenhauspharmazie) werden die möglichen Nebenwirkungen untersucht, die mit dem Einsatz der neuen Medikamente für die Behandlung des malignen Melanoms verbunden sein können.

Ipilimumab, Nivolumab und Pembrolizumab wurden kürzlich von der Italienischen Arzneimittelagentur für die Erstlinientherapie des malignen Melanoms zugelassen. Sie aktivieren das Immunsystem und weisen eine Toxizität auf, die ihrem Wirkmechanismus entspricht. Für Nivolumab und Pembrolizumab ist eine zusätzliche Kontrolle vorgesehen, damit in kurzer Zeit weitere Daten über die Sicherheit gewonnen werden können.

Gian Marco De Maddi und Adele Venturelli (ASL Napoli 1) haben die Rete Nazionale di Farmacovigilanza (Nationales Netzwerk Arzneimittelüberwachung) konsultiert, um die möglichen unerwünschten Wirkungen zu untersuchen, die mit dem Einsatz dieser Medikamente bei der Behandlung des malignen Melanoms verbunden sind und im Zeitraum 2015-2016 gemeldet wurden, um zu bewerten, ob die nach der Zulassung erfolgte Überwachung bis jetzt Informationen hervorgebracht hat, die für die Aktualisierung des Nutzen-Risiko-Profils dieser Checkpoint-Inhibitoren nützlich sein können.

Vom 1. Januar 2015 bis zum 31. Oktober 2016 wurden 111 UAW gemeldet, darunter 93 von Ipliumumab, 6 von Nivolumab und 12 von Pembrolizumab. 57 dieser Meldungen wurden bewertet: Es handelte sich um Nebenwirkungen, die häufig mit der neuen Immuntherapie des Melanoms verbunden sind und adäquat behandelt werden können, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Die Untersuchung ergab darüber hinaus, dass die Schwere der unerwünschten Ereignisse im Allgemeinen einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machte; es kommt vor, dass diese Reaktionen nicht angemessen oder verspätet erkannt und behandelt werden.

Die Beobachtung nach der Zulassung hat folglich bis zum jetzigen Zeitpunkt nichts zur Aktualisierung des schon bekannten Profils von Ipilimumab, Nivolumab und Pembrolizumab beigetragen; die Analyse ergab jedoch auch, wie die AutorInnen feststellen, „dass nicht alle medizinischen Fachkräfte im Besitz von klaren, umfassenden Informationen über die unerwünschten Wirkungen dieser Medikamente, ihre Feststellung und Behandlung sind“.

Welche Rolle spielt der Krankenhausapotheker?„Anhand einer ganzen Reihe von im Gebiet gesammelten Erfahrungen“, schließen die AutorInnen, „kann der Krankenhausapotheker aufgrund seines Wissensschatzes zusammen mit den OnkologInnen Informationsprogramme entwickeln, die darauf angelegt sind, dem gesamten Gesundheitspersonal die nötigen Kenntnisse zu vermitteln, um auf angemessene Weise mit der toxischen Wirkung umgehen zu können, die mit der Immuntherapie des malignen Melanoms verbunden sind. Ziel ist eine qualitativ hochwertige Gesundheitsleistung, die nicht nur wirksam, sondern auch effizient ist; korrekte Informationen führen zur besseren Ressourcennutzung, durch eine Senkung der Kosten, die mit unangemessenen Therapien und unnötigen Krankenhausaufenthalten verbunden sind“.

Quellen:
De Maddi GM, Venturelli A. Farmacovigilanza della recente immunoterapia del melanoma. Boll SIFO 2017;63(2):64-8.