Eine Studie untersucht die Häufigkeit von Darmgasen

Eine in JAMA Network Open erschienene Studie hat Muster und Häufigkeit von Darmgasen in der erwachsenen Bevölkerung untersucht. Jahrhundertelang hat sich die medizinische Forschung auf die großen Krankheitsgruppen des menschlichen Körpers konzentriert und dabei häufig einige ganz gewöhnliche und alltägliche Aspekte unseres Verdauungstrakts vernachlässigt. Dagegen ist es wichtig, die normale Darmtätigkeit zu verstehen, um die Parameter für die Darmgesundheit zu definieren und mögliche Störungen des Verdauungsapparats frühzeitig zu erkennen.

Die Studie hat die mit der App Chart Your Fart gesammelten Daten ausgewertet: Dank der App haben mehr als 6000 Australierinnen und Australier ihre täglichen Blähungen über einen bestimmten Zeitraum aufgezeichnet, woraus eine Datenbank mit mehr als 360 000 Ereignissen hervorgegangen ist. Die statistische Analyse ergab eine durchschnittliche Häufigkeit von zwei bis sieben Gasabgängen pro Tag, wobei die Männer im Schnitt 5,2 Ereignisse täglich aufzeichneten und die Frauen 4,8. Darüber hinaus stellten die Forschenden bestimmte Aktivitätshöhepunkte im Laufe des Tages fest, und zwar am Morgen, unmittelbar nach dem Mittagessen und am Abend kurz vor dem Einschlafen.

Über die genaue Datenerfassung hinaus zeigt die Studie auch, dass die Gasabsonderung ein bewusster Vorgang ist und bestätigt damit die außergewöhnliche Fähigkeit des Menschen, diesen biologischen Reflex je nach gesellschaftlichem Kontext zu regulieren und uns so zum Beispiel peinliche Situationen im Aufzug zu ersparen.

Abschließend erklären die Autor:innen der Studie, dass das Verständnis dieser Muster sowie ihrer Wechselbeziehung zur Aufnahme von Ballaststoffen und zum Energielevel nicht bloß von statistischem Interesse sind, sondern ein wichtiges Element darstellen, um die Diskussion über die Verdauungsgesundheit zu normalisieren und präzisere klinische Parameter für die Allgemeinbevölkerung bereitzustellen.

Quelle

Brindal E, Baird D. Regular flatulence patterns among community-dwelling individuals in Australia. JAMA Netw Open. 2026;9(5):e2615637.