Senkung der Sterblichkeit auf null durch frühzeitige HPV-Impfung

Eine von der Queen Mary University in London durchgeführte und in The Lancet veröffentlichte Bevölkerungsstudie liefert erstmals Real-World-Evidence über die Wirkung der HPV-Impfung auf die Sterblichkeit am Zervixkarzinom.

Die Studie hat die englischen Sterblichkeitsregister der Jahre 2001 bis 2024 für die Altersgruppen 20-24, 25-29 und 30-34 Jahre analysiert. Mit einem Poisson-Regressionsmodell wurde berechnet, in welchem Maße das relative Risiko nach der Einführung der Routineimpfung für 12-13-Jährige im Jahr 2008 (mit einer Impfquote von 80-90 %) und einer gleichzeitigen Nachholkampagne für 14-18-Jährige bei Geimpften gesunken ist.

In den Jahren 2020-2024 wurde in der Gruppe der 20-24 Jährigen, die im Alter von 12-13 Jahren geimpft worden waren, kein Todesfall festgestellt, bei erwarteten 23,1 Todesfällen, was eine Reduktion der Sterblichkeit um 100 % bedeutet (IC 95% 84–100). In der Gruppe der Nachholkampagne mit Impfung im Alter von 14-18 Jahren ging die Sterblichkeit bei den 20-24-Jährigen (2015-2019) um 80 % und bei den 25-29-Jährigen (2020-2024) um 69 % zurück. Insgesamt verhinderte das Programm bis 2024 199,6 Todesfälle.

Die epidemiologischen Daten bestätigen, dass die Schutzwirkung am höchsten ist, wenn die Impfung vor der Virusexposition verabreicht wird. Die beobachtete Senkung der Sterblichkeit zeigt nur die Anfangsphase der klinischen Bedeutung, die exponentiell wachsen dürfte, wenn die Geimpften das Alter erreichen, in dem Krebserkrankungen häufiger vorkommen. Die Studienergebnisse unterstützen die Impfkampagne der WHO, deren Ziel die Eliminierung von Gebärmutterhalskrebs ist.

Quelle

Sasieni P, Falcaro M. Cervical cancer mortality trends following HPV vaccination in England, 2001–24: an analysis of population-based mortality data. The Lancet, 2026; 408, 162-168.