Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion ist bei Angststörungen ebenso wirksam wie Antidepressiva

Eine vom National Institute of Mental Health durchgeführte Studie hat festgestellt, dass Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Mindfulness-based Stress Reduction, MBSR) bei der Behandlung von Angststörungen genauso wirksam ist wie das Antidepressivum Escitalopram. Die in JAMA Network Open publizierte Studie zeigt, dass MBSR die Symptome von Agoraphobie, Panikstörung, generalisierter und sozialer Angststörung ebenso wirksam behandelt, allerdings ohne die Nebenwirkungen des Arzneimittels.
An der Studie nahmen 276 Erwachsene mit diagnostizierter Angststörung teil, die zufällig einem achtwöchigen MBSR-Programm oder einer Escitalopram-Behandlung zugeordnet wurden. Am Ende der Studie wiesen beide Gruppen eine ähnliche Reduktion der Angstsymptome auf, die mit standardisierten Methoden wie dem Beck-Angstinventar bestimmt wurden. Dabei war bei Escitalopram nach der ersten Hälfte der Behandlung ein gewisser Vorteil zu beobachten, die Wirkung war jedoch innerhalb der achten Woche wieder gleich.
Ein entscheidender Unterschied zeigte sich dagegen bei den Nebenwirkungen. Während fast 79 % der Escitalopram-Gruppe Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Ermüdung aufwies, waren es in der MBSR-Gruppe nur 15 %. Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion könnte folglich bei Angststörungen eine sichere Alternative zu Arzneimitteln darstellen, mit ähnlichen Ergebnissen, aber weniger Risiken.

Quelle

Hu H et al. Mindfulness meditation vs escitalopram for treatment of anxiety disorders: secondary analysis of a randomized clinical trial. JAMA Netw Open 2024;7(10):e2438453.