Die endovaskuläre Therapie revolutioniert die Schlaganfall-Behandlung

Eine neue Studie der Boston University Chobanian & Avedisian School of Medicine zeigt die Bedeutung der endovaskulären Therapie für Schlaganfall-Patient:innen, insbesondere für diejenigen, bei denen eine Okklusion der großen Gefäße (LVO) vorliegt. Die in The Lancet veröffentlichte Studie hebt hervor, dass minimalintensive Eingriffe wie die Entfernung des Blutgerinnsels oder das Stenting die Rate von Behinderungen und die Mortalität bei Schlaganfall-Patient:innen signifikant verringert haben.
Die endovaskuläre Therapie hat ihren Nutzen für Patient:innen gezeigt, die innerhalb von sechs Stunden nach Auftreten der Schlaganfall-Symptome ins Krankenhaus kommen, während neuere Studien diese Vorteile auch auf Patient:innen ausdehnen, die innerhalb von 24 Stunden eintreffen.
Die Forschenden haben einen Review der Datenbank Medline mit randomisierten klinischen Studien der Jahre 2015 bis 2024 durchgeführt und die endovaskuläre Therapie mit traditionellen Behandlungen wie Thrombose-Medikamente und Kontrolle des Blutdrucks verglichen. Die Ergebnisse bestätigten die Überlegenheit der endovaskulären Therapie bei sorgfältig ausgewählten Patient:innen.
Nguyen, der Leiter des Forschungsteams, erklärt, dass die meisten Patient:innen mit einem Score von über 5 auf der NIH Stroke Scale (NIHSS) oder solche mit grundlegenden Okklusionen und einem NIHSS-Score von über 10 für die Therapie in Frage kommen, wenn sie innerhalb von 24 Stunden behandelt werden.
Sein Ko-Autor Mohamad Abdal Kader verdeutlicht, dass in den letzten zehn Jahren signifikante Fortschritte bei der Schlaganfall-Behandlung gemacht wurden, mit Verbesserungen bei den endovaskulären Vorrichtungen, den Daten der klinischen Studien und den Kriterien für die Auswahl der Patient:innen. Durch diese Verbesserungen wurde die Bandbreite der Patient:innen, denen diese lebensrettende Therapie zugutekommt, erweitert.
Die Ergebnisse belegen die wachsende Bedeutung der endovaskulären Therapie in der modernen Schlaganfall-Behandlung, obgleich es Wissenslücken gibt, insbesondere bei der Ermittlung der Patien:innen mit ausgedehntem ischämischen Hirninfarkt, welche am wahrscheinlichsten von der Therapie profitieren.

Quelle

Nguyen TN et al. Endovascular management of acute stroke. The Lancet 2024; 404 (10459): 1265-1278.