Eine Studie hat eine besorgniserregende weltweite Tendenz untersucht: Die Inzidenz von früh auftretenden gastrointestinalen Tumoren, d.h. bei Menschen unter 50 Jahren, wächst beständig. Bei dieser Kategorie handelt es sich um die am schnellsten steigende Krebsart in jüngeren Bevölkerungsgruppen, insbesondere in den Vereinigten Staaten.
Weltweit ist das kolorektale Karzinom mit 54,3 % der am häufigsten früh auftretende gastrointestinale Tumor, gefolgt von Magenkarzinom (23,8 %), Speiseröhrenkrebs (13,2 %) und Pankreaskarzinom (8,6 %). Zwischen 2010 und 2019 ist die altersstandardisierte Inzidenzrate für gastrointestinale Tumoren im jüngeren Alter in den USA um jährlich 2,16 % gestiegen, eine Zahl, welche von Expert:innen als alarmierend bezeichnet wird und deutlich macht, dass wirksamere Präventionsstrategien und Früherkennungsmethoden nötig sind. Während die Mortalität des kolorektalem Karzinom rückläufig ist, ist sie bei seiner früh auftretenden Form zwischen 2011 und 2020 jährlich um 1 % gestiegen. Auch Bauchspeicheldrüsen- und Magenkrebs im jüngeren Alter verzeichnen einen signifikanten Anstieg.
Die meisten der früh auftretenden gastrointestinalen Tumoren stehen im Zusammenhang mit beeinflussbaren Risikofaktoren wie Übergewicht, minderwertiger Ernährung (d.h. ein hoher Konsum von gezuckerten Getränken und hochverarbeiteten Lebensmitteln), Bewegungsmangel, Rauchen und hohem Alkoholkonsum. Zu den nicht beeinflussbaren Faktoren gehören dagegen familiär bedingte Krankheiten wie das Lynch-Syndrom und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.
Es ist wichtig, dass sich alle Patient:innen, bei denen im jüngeren Alter ein gastrointestinaler Tumor diagnostiziert wird, einem Gentest auf germinale und somatische Mutationen unterziehen, da dieser Einfluss auf therapeutische Entscheidungen haben kann und das Screening auf andere Krebsarten und die Bewertung des familiären Risikos ermöglicht. Auch wenn die Behandlung frühzeitig auftretender der von später diagnostizierten Tumoren ähnelt, erhalten jüngere Patient:innen eine größere Anzahl von Behandlungszyklen, während die Überlebensrate gleich oder niedriger sein kann. Spezialisierte Gesundheitsinstitutionen und multidisziplinäre Teams sind von wesentlicher Bedeutung, um die Patient:innen bei Fragen wie der Bewahrung der Fruchtbarkeit, Elternschaft und psychosozialen Schwierigkeiten zu unterstützen.
Die Expert:innen erklären, dass ein Verständnis der diesem Anstieg zugrundeliegenden ätiologischen Faktoren genauere Screening-Leitlinien ermöglicht, so dass Menschen mit Risikofaktoren eine frühzeitige Diagnose erhalten.
Quelle
Jayakrishnan T, Ng K. Early-onset gastrointestinal cancers: a review. JAMA. Published online July 17, 2025. doi:10.1001/jama.2025.10218
