Neue Hoffnungen bei Brustkrebs im Frühstadium

Eine Studie des UCLA Health Jonsson Comprehensive Cancer Center zeigt, dass ein neuer Therapieansatz, die Kombination von zielgerichteter Therapie und endokriner Therapie, das krankheitsfreie Überleben von Patient:innen mit HR-positivem, HER-2-negativem Brustkrebs im Stadium II und III signifikant verbessert.

Das Forschungsteam stellte fest, dass durch das Hinzufügen von Ribociclib, einem CDK4/6-Inhibitor, zur endokrinen Standardtherapie nicht nur das invasiv-krankheitsfreie Überleben von Frauen mit dieser Art von Brustkrebs im Frühstadium verbessert wurde, sondern auch das längerfristige krankheitsfreie und rezidivfreie Überleben.

Die Ergebnisse wurde im New England Journal of Medicine veröffentlicht und auf dem jährlichen Meeting der American Society of Clinical Oncology in Chicago vorgestellt.

„Wir haben festgestellt, dass das Hinzufügen von Ribociclib zur Standard-Hormontherapie zu einer relativen Reduktion der Rückfallquote von bis zu 25 % geführt hat“, erklärt Dennis Slamon vom UCLA Health Jonsson Comprehensive Cancer Center, der Erstautor der Studie. „Das ist ein sehr wichtiges Ergebnis für diese Patientengruppe, die 70 % bis 75 % der Brustkrebsfälle ausmacht.“

Viele Patient:innen mit dieser Brustkrebsart werden mit einem chirurgischen Eingriff behandelt, sowie in einigen Fällen mit Strahlentherapie und Chemotherapie, auf die eine endokrine Therapie folgt, die maximal zehn Jahre fortgesetzt wird.

Slamon und sein Team hatten schon zuvor gezeigt, dass die kombinierte Behandlung die Gesamtüberlebensrate sowohl von Frauen in der Prämenopause wie in der Postmenopause mit metastasiertem HR-positiven und HER-negativem Mammakarzinom verbessert.

Ausgehend von dieser Studie wurden für die NATALEE-Studie 5101 Patientinnen und Patienten mit HR-positivem, HER-negativem Brustkrebs im Frühstadium ausgewählt. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip zwei Gruppen zugeordnet: Die eine erhielt Ricoclib in Kombination mit einer endokrinen Therapie, einem nicht-steroidalen Aromatase-Inhibitor (2549 Patient:innen), die andere nur die Hormontherapie (2552 Patientinnen). Die durchschnittliche Nachbeobachtungsdauer lag bei 34 Monaten.

Nach drei Jahren betrug die invasiv krankheitsfreie Überlebensrate in der  mit der Kombinationstherapie behandelten Gruppe 90,4 %, während sie in der mit der Monotherapie behandelten Gruppe 87,1 % betrug.

Auch die sekundären Endpunkte der Studie, das Überleben ohne Fernmetastasen und das rezidivfreie Überleben, fielen zugunsten der Kombinationstherapie von Ribociclib und endokriner Therapie aus. Die Überlebensrate ohne Fernmetastasen lag in der Gruppe mit Kombinationstherapie bei 90,8 %, in der Gruppe mit Monotherapie dagegen bei 88,6 %. In der mit der kombinierten Therapie behandelten Gruppe betrug die rezidivfreie Überlebensrate 91,7 %, in den Gruppe mit der Monotherapie 88,6 %.

Die Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen ähnlich. Die häufigsten waren: Neutropenie, Arthralgie und Belastungen der Leber.

„Insgesamt spricht due NATALEE-Studie für den kombinierten Einsatz von Ribociclib und Hormontherapie als neue Therapieoption für eine sehr viel größere Gruppe von Patient:innen mit HR-positivem und HER-negativem Mammakarzinom im Frühstadium“, stellt Slamon fest. „Diese Ergebnisse dürften die Art, wie wir die Patient:innen einschätzen und behandeln, verändern.“

Quelle

Slamon D et al. Ribociclib plus endocrine therapy in early breast cancer. N Engl J Med. 2024 Mar 21;390(12):1080-1091.