Eine Erhöhung der Tabaksteuer könnte jährlich mehr als 280 000 Kinder retten

Eine Erhöhung der Tabaksteuer in Ländern mit niedrigem Einkommen (LMIC) auf den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Betrag könnte laut einer in The Lancet Public Health erschienenen Studie der Forschenden des Karolinska Institutet jedes Jahr über
280 000 Kindern das Leben retten.

Die Studie analysierte Daten der Jahre 2008 bis 2020 aus 94 Ländern mit niedrigem Einkommen und kam zu dem Schluss, dass eine Erhöhung der Tabaksteuer, insbesondere der Verbrauchssteuer, die Kindersterblichkeit signifikant gesenkt hat, vor allem bei den ärmsten Familien. Die WHO empfiehlt, dass die Tabaksteuer mindestens 75 % des Verkaufspreises beträgt, einen Anteil, den die meisten Länder nicht erreichen.

„Es handelt sich um eine wesentliche politische Maßnahme, mit der die Kindergesundheit in der ganzen Welt verbessert werden kann“, erklärt Olivia Bannon, Hauptautorin und Forscherin am Karolinska Institutet und der Linköping Universität. „Die gesundheitliche Belastung durch Tabakrauch ist bei den vulnerabelsten Kindern dieser Länder unverhältnismäßíg hoch.“

Für die Forschungsarbeit wurden von der WHO, der Weltbank und der United Nations Inter-agency Group for Child Mortality Estimation (UN IGME) veröffentlichte Daten verwendet. Es stellte sich heraus, dass höhere Steuern nicht nur die Gesamtkindersterblichkeit reduzieren würden, sondern auch dazu beitragen würden, das sozioökonomische Gefälle bei der Überlebensrate zu überwinden, in Übereinstimmung mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Márta Radó, Forschungsleiterin am Karolinska Institutet, unterstreicht, wie wichtig es ist, die Lobbyarbeit der Tabakindustrie abzuwehren. „Unsere Ergebnisse liefern überzeugende Argumente dafür, dass die Regierungen der Taktik der Industrie entgegenwirken und die öffentliche Gesundheit durch höhere Steuern in den Mittelpunkt stellen müssen.“

Quelle

Bannon OS et al. Cigarettetaxation and socioeconomicinequalities in under-5 mortalityacross 94 low-income and middle-income countries: a longitudinalecological study. The Lancet Public Health2025;10(5):e380-e390.