Lancet-Report über die Ungleichheit bei Brustkrebs

Ein Bericht der Lancet Breast Cancer Commission macht deutlich, dass es weltweit große Ungleichheit bei der Prävention, der Diagnose, der Behandlung und der begleitenden Pflege von Brustkrebs gibt. Trotz signifikanter Fortschritte in der Krebsforschung und der Krebstherapie werden viele Patientinnen „systematisch ignoriert und zurückgelassen“, wie der Bericht feststellt.

Die von Charlotte Coles von der Universität Cambridge geleitete Kommission hebt hervor, dass eine Veränderung der globalen Strategien dringend notwendig ist, um diese Ungleichheit zu bekämpfen und die verborgenen Kosten, die auf vielen Patientinnen lasten, zu vermindern oder zu beseitigen.

Metastasierter Brustkrebs

Die Kommission weist darauf hin, dass die Fälle von metastasiertem Brustkrebs nicht angemessen registriert werden, was zur Folge hat, dass die Betroffenen keine angemessene Behandlung bekommen. Zu ihren Empfehlungen gehört, die Erfassung von metastasierten Tumoren durch die Krebsregister zu verbessern und den Zugang zu den wichtigsten Arzneimitteln und zur Palliativbehandlung zu gewährleisten.

Die Kosten

Häufig werden die körperlichen, psychologischen, sozialen und finanziellen Kosten von Brustkrebs unterschätzt. Der Bericht zeigt auf, dass ein signifikanter Anteil von Patientinnen in finanzielle Schwierigkeiten gerät und betont die Notwendigkeit, die allgemeine Gesundheitsversorgung sowie die finanzielle Unterstützung der betroffenen Familien auszubauen.

Kommunikation, Prävention, Früherkennung und individuelle Behandlung

Die Kommission fordert, dass die Kommunikationsfähigkeit des medizinischen Personals geschult wird und die Patient:innen in die Forschung und die veränderten Strategien einbezogen werden, um so Prävention und Früherkennung zu verbessern. Zu den spezifischen Empfehlungen gehören der erweiterte Elternschutz, damit das Stillen erleichtert wird, die Besteuerung von gezuckerten Getränken und Verbesserungen bei der Krebsfrüherkennung.

Der Arzt Benjamin Anderson von der Universität Washington, ein Mitglied der Kommission, erklärt, dass Frauen mit geringem Einkommen und Angehörige von Minderheiten überproportional von einer späten Diagnose und von höherer Mortalität betroffen sind. Er regt eine internationale Zusammenarbeit an, um diese Ungleichheit zu bekämpfen und die Empfehlungen des Reports umzusetzen.

Der Bericht der Lancet Breast Cancer Commission ist ein an Politiker:innen, medizinische Fachkräfte und Forschende in aller Welt gerichteter Appell, dem gerechten Zugang zur Behandlung von Brustkrebs Priorität einzuräumen und sich dafür einzusetzen, dass Prävention, Diagnose, Therapie und angemessene Pflege allen zugänglich sind.

Quelle

Coles CE et al. The Lancet Breast Cancer Commission. Lancet 2024; DOI:10.1016/ S0140-6736(24)00747-5.