Aus einer neuen systematischen Analyse, die von Tausenden Expert:innen im Rahmen der Global Burden of Diseases, Injuries, and Risk Factors Study (GBD) 2023 durchgeführt wurde, gehen die neuesten und vollständigsten Daten über die weltweite Sterblichkeit hervor. Die in Lancet veröffentlichte Analyse hat 292 Todesursachen in 204 Ländern und Gebieten für den Zeitraum von 1990 bis 2023 untersucht. Das wichtigste Ziel der Studie ist es, aktuelle und detaillierte Einschätzungen, unterschieden nach Alter, Geschlecht und Ort, zu liefern, die für eine auf die Reduktion der weltweiten Sterblichkeit zielende Gesundheitspolitik unverzichtbar sind. Ein zentraler Aspekt der GBD 2023 war die Untersuchung der Beziehung von Alter und Todesursache und die Quantifizierung der Wahrscheinlichkeit, vor dem 70. Lebensjahr zu sterben, sowie das durchschnittliche Sterbealter.
Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass die ersten Jahre der Pandemie eine offensichtliche und unerwartete Verschiebung in der Rangordnung der wichtigsten weltweiten Todesursachen bewirktten. 2021 war Covid-21 die wichtigste Todesursache weltweit (nach Alter standardisiert). Ende 2023 war die Krankheit dagegen auf den 20. Platz zurückgefallen, während die ischämische Herzkrankheit und Schlaganfall ihre Position als wichtigste globale Todesursachen wieder eingenommen hatten. Aber obwohl sie ihre sinistre Führungsrolle wieder inne haben, gibt es ein positives Signal: Die standardisierten Sterberaten für beide Krankheiten sind in der ganzen Welt zurückgegangen.
Die Studie zeigt eine deutliche Verringerung der standardisierten Sterberaten aufgrund anderer wichtiger Todesursachen zwischen 1990 und 2023, darunter Durchfallerkrankungen, Tuberkulose, Magenkrebs und Masern. Die Kindersterblichkeit im ersten Lebensjahr war, trotz des signifikanten Rückgangs der verlorenen Lebensjahre (YLL), die wichtigste Ursache weltweit für die YYL im Studienzeitraum, ausgenommen 2021, als sie zeitweise von Covid-19 übertroffen wurde. Die Analyse beleuchtet außerdem eine bedeutende Verringerung der YYL aufgrund vieler durch Impfung vermeidbarer Krankheiten.
Die Fortschritte in der globalen Gesundheit bezeugt der Anstieg des durchschnittlichen Sterbealters aufgrund aller Ursachen, von 46,8 Jahre 1990 auf 63,4 Jahre 2023. Jedoch verbirgt der weltweite Durchschnitt große geographische Unterschiede: Die höchste Lebenserwartung hatten 2023 die Menschen in Regionen mit hohem Einkommen (80,9 Jahre bei Frauen und 74,8 Jahr bei Männern), die niedrigste dagegen in Subsahara-Afrika, wo Frauen durchschnittlich nur 38 Jahre und Männer 35,8 Jahre alt wurden.
Die Analyse der vorzeitigen Sterblichkeit (die Wahrscheinlichkeit vor dem 70. Lebensjahr zu sterben) ergab eine allgemeine Verringerung, jedoch mit besorgniserregenden Tendenzen bezüglich einiger Ursachen. Bei Frauen ist die Wahrscheinlichkeit, vorzeitig zu sterben, aufgrund von Drogenmissbrauch und Konflikten/Terrorismus gestiegen. Bei Männern sind unter den Gründen für vorzeitige Sterblichkeit Drogenmissbrauch und Diabetes zu nennen. Diese Daten liefern wichtige Informationen, um die Bereiche zu identifizieren, in denen gezielte Maßnahmen nötig sind, und die Anstrengungen für eine gerechte Gesundheitsversorgung in der Welt auszurichten.
Quelle
Naghavi M et al. Global burden of 292 causes of death in 204 countries and territories and 660 subnational locations, 1990–2023: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2023. The Lancet 2025;406(10513):1811-1872.
