Die Ergebnisse der Phase-III-Studie TALAPRO-3, die im New England Journal of Medicine publiziert und auf dem ASCO-Kongress vorgestellt wurden, zeigen, dass eine neue Kombinationstherapie im Vergleich zu den Standardtherapien das Risiko für Progression und Tod um 52 % reduziert. Dieser bedeutende Fortschritt in der onkologischen Forschung verspricht, die Aussichten für Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom zu verbessern.
Die Studie konzentrierte sich auf das metastasierte Prostatakarzinom, das auf Kastration anspricht. In dieser Phase hat sich der Tumor schon über die Prostata hinaus ausgebreitet, reagiert aber noch auf die traditionelle Hormontherapie, bei der das Testosteron (der „Treibstoff“ der Krebszellen) ausgeschaltet wird, die aber mit der Zeit tendenziell an Wirksamkeit verliert. In der Studie wurde die aggressivste Variante der Krankheit untersucht, mit Mutationen in den Genen BRCA1 und BRCA2, die ca. 25-30 % der Patienten betreffen und das Fortschreiten des Tumors beschleunigen.
Der innovative Ansatz vereint zwei Medikamente, um die Krankheit an zwei Fronten anzugreifen: Enzalutamid, ein Inhibitor der Hormonrezeptoren, und Talazoparib, ein PAPRP-Inhibitor, der Tumorzellen daran hindert, ihre DNA zu reparieren und sie zur Selbstzerstörung veranlasst..
Die Daten von 599 Patienten zeigen, dass nach drei Jahren 77 % derjenigen, die die Kombinationstherapie erhalten hatten, kein radiografisches Fortschreiten der Krankheit aufwiesen, gegenüber 56 % der mit der Standardtherapie behandelten Gruppe. Dieser außergewöhnliche klinische Nutzen wurde erreicht, ohne die Lebensqualität der Patienten zu beeinträchtigen. Nach Ansicht der Forschenden zeigen diese Resultate, dass frühzeitige Gentests Teil der diagnostischen Routine werden sollten, weil nur so die Kandidaten für diese gezielte und hochwirksame Therapie sofort festgestellt werden können.
Quelle
Agarwal N et al. PARP and androgen-signaling inhibition plus ADT in metastatic prostate cancer. N Engl J Med. 2026 May 30.
