Eine neue französische Studie beleuchtet die möglichen langfristigen Risiken von Zusatzstoffen in Lebensmitteln. Die im British Medical Journal (BMJ) veröffentlichte Untersuchung, für die die Daten von 105 000 Teilnehmenden der NutriNet-Santé-Studie über mehr als zehn Jahre ausgewertet wurden, fand heraus, dass eine besorgniserregende Korrelation zwischen einem hohen Konsum von einigen weit verbreiteten Konservierungsstoffen und einer höheren Tumorinzidenz, insbesondere Brust- und Prostatakrebs, besteht.
Die Forschenden überwachten die Ernährungsgewohnheiten der freiwilligen Teilnehmer sehr genau und glichen sie mit umfangreichen Datenbanken ab, in denen auch die Marken der konsumierten Industrieprodukte gespeichert sind. Diese Detailgenauigkeit erlaubte es nicht nur, die einzelnen Lebensmittelkategorien zu unterscheiden, sondern auch, welche Zusatzstoffe in welcher Menge in den industriell hergestellten Lebensmitteln vorhanden waren. Aus den Ergebnissen wurde ersichtlich, dass der häufige Verzehr von Konservierungsstoffen wie Sorbaten (insbesondere Kaliumsorbat), Sulfiten und Nitraten mit einem signifikant höheren Krebsrisiko einherging. Zum Beispiel war das in sehr vielen Wurstwaren und verarbeiteten Fleischwaren verwendete Natriumnitrit mit einer höheren Inzidenz von Prostatakrebs assoziiert.
Zwar ist die Verwendung dieser Zusatzstoffe in bestimmter Menge zugelassen, aber die Studie zeigt, dass ihre Verbreitung in hochverarbeiteten Lebensmitteln – welche für ca. 35 % Prozent der gesamten Aufnahme von Konservierungsstoffen in der untersuchten Kohorte verantwortlich waren – eine genaue Überprüfung der bestehenden Normen nahelegen könnte.
In Erwartung weiterer epidemiologischer Studien über die zugrundeliegenden biologischen Mechanismen raten die Studienautor:innen zur Vorsicht. Sie empfehlen den Verbraucherinnen und Verbrauchern vor allem, den Verzehr von hochverarbeiteten Lebensmitteln zugunsten frischer, selbst zubereiteter Nahrung einzuschränken und auf diese Weise die Aufnahme dieses „Chemie-Cocktails“ zu verringern.
Quelle
Hasenböhler A et al. Intake of food additive preservatives and incidence of cancer: results from the NutriNet-Santé prospective cohort. BMJ 2026;392:e084917.
